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Kleider machen Leute:

Die Gurke im Nachhaltigkeits-Anzug

Kleidung hält uns warm und schützt vor unangenehmen Witterungen; vor Kälte, Nässe oder im Sommer vor übermäßiger Sonneneinstrahlung. Wie wahr doch der Ausspruch ist „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.“ Dazu befragen wir einen Experten auf diesem Gebiet, die (gemeine) Salatgurke: „Also, wenn Sie mich fragen – ich wäre bestimmt nicht eines der beliebtesten deutschen Lebensmittel, wenn ich nicht auf meiner Reise zum Verbraucher die richtige Kleidung oder auch Verpackung anziehen würde!“ 383.000 Tonnen des „Evergreens“ werden jedes Jahr in Deutschland verzehrt. Die Gurke ist grün, erfrischend im Salat oder als Snack zwischendurch oder in der Schulpause. Gerade im Sommer ist sie so erfrischend, weil sie zu 96 Prozent aus Wasser besteht. Traditionell hat die Gurke bei uns zwischen Mai und September Saison. Außerhalb der Saison kommt sie häufig aus dem europäischen Ausland zu uns. Für den Weg von der Ernte in Spanien bis zum Supermarkt in Deutschland braucht die Gurke etwa vier bis sechs Tage. Wäre sie in dieser Zeit unverpackt, käme sie blass und schrumpelig bei uns an. Kaufen würde sie dann niemand mehr.

Vor ein paar Jahren hat der Einzelhandel versucht, wenigstens im Supermarkt auf die Verpackung zu verzichten. Die Gurken kamen verpackt in Deutschland an, wurden ausgepackt und so im Supermarkt angeboten. Ergebnis? Etwa 40 Prozent dieser unverpackten Gurken mussten weggeworfen werden, weil sie Druckstellen hatten oder von den Verbrauchern angefasst und liegengelassen wurden und anschließend unverkäuflich waren.

Schnell kam der Handel wieder zur gewohnten Verpackung zurück. Das ersparte dem Handel viel Geld, weil er die Verluste deutlich reduzieren konnte. Aber auch wir Verbraucher konnten uns freuen. Spart doch jede aufgegessene Gurke mehr CO2, als eine verdorbene Gurke, die weggeworfen werden muss! Denn schon der Anbau der Gurke kostet Energie. Verdirbt die unverpackte Gurke, war auch dieser CO2-Ausstoß umsonst. Insgesamt ist der CO2-Fußabdruck der Gurke rund 53-mal höher, als der CO2-Fußabdruck der Verpackung. Oder anders ausgedrückt: Ich müsste zuerst 53 Gurken essen und hätte dann den CO2-Ausstoß der Verpackung erreicht beziehungsweise könnte dann die Verpackung einsparen.

Was hilft? Gurken direkt vom Erzeuger oder vom Bauern auf dem Markt gekauft, zwischen Mai und September, unverpackt nach Hause gebracht und zügig verzehrt. Das spart eine Folienverpackung. Alle anderen Gurken benötigen eine Kunststoff-Folienverpackung, um nachhaltig und umweltfreundlich beim Verbraucher anzukommen. Wird die Folienverpackung anschließend richtig entsorgt, und zwar im Gelben Sack oder der Gelben Tonne, hat man alles richtig gemacht, der Umwelt geholfen und den CO2-Ausstoß gesenkt.

Maschinen, um solche umweltfreundlichen Folien herzustellen, produziert die Firma Kuhne in Sankt Augustin. Dabei versteckt die meist klare, durchsichtige Folie mehr Fachwissen, als man glaubt. Marianne Reiche, Leiterin der Anwendungstechnik der Kuhne Group: „Unsere Maschinen können Folien produzieren, die aus bis zu 17 Schichten bestehen! Jede Schicht hat dabei eine andere Aufgabe und im Verbund müssen sie dafür sorgen, dass kein Sauerstoff eintreten und Wasser(-dampf) eindringen bzw. austreten kann und gleichzeitig muss die Folie sicherstellen, dass sie keinen negativen Einfluss auf das verpackte Produkt hat. Sie darf also weder Geschmack, Farbe oder Stoffe an die verpackten Lebensmittel abgeben. Das schreiben die gültigen Gesetze zur Lebensmittelhandhabung vor.“ High-Tech made in Sankt Augustin eben.

Marianne Reiche fällt dabei nicht nur in der Kuhne Group auf. Viel zu selten sind Frauen in der Kunststoff-Industrie noch unterrepräsentiert. Die Kunststoffindustrie muss sich nicht verstecken, so ihr deutliches Fazit. Und dass die Männerdomäne – der Maschinenbau – dies schon lange nicht mehr ist, wird spätestens durch Reiches engagierte Arbeit bei Kuhne deutlich. Denn CO2-Minimierung und ein nachhaltiger Umgang mit wertvollen Rohstoffen fängt nicht bei der Verpackung an. Auch ein Maschinenbauer muss darüber nachdenken, wenn er dauerhaft – und nachhaltig – am Markt erfolgreich sein will.

Die Gurke würde Marianne Reiche beipflichten. Könnte mal jemand die Verpackung abnehmen? Die Gurke möchte klatschen.

Beitragsbild: AdobeStock_96474817 (Remus Moise/stock.adobe.com)

Remus Moise/stock.adobe.com
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