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Werden Bierleitungen Weltkulturerbe?

Kaltes Bier spart CO2 im Müngersdorfer FC-Stadion

Colonia Claudia Ara Aprippinensium (heute Köln) gehörte zum nördlichen Teil des obergermanisch-raetischen Limes. Das ist der Limes, der jüngst zum neuen UNESCO Weltkulturerbe geadelt wurde, die Grenzbefestigung zum benachbarten, wilden Germanien auf der „Schääl Sick“. Bereits 200 vor Christus hatten die römischen Ingenieure Wasserleitungen aus der benachbarten Eifel angelegt, um frisches Wasser in die neuen Heerlager am Rhein zu leiten. Das Wasser wurde teils über 100 km transportiert, über beeindruckende Aquädukte oder unterirdische Leitungen, die das Wasser kühl und in Bewegung hielten. Ein Garant dafür, dass es wohlbehalten in Köln oder Bonn ankam. Die Einsparung von CO2 war weniger gefordert beziehungsweise noch gar nicht „erfunden“.

Frischwasser wird heute immer noch gekühlt, ebenso wie viele andere Flüssigkeiten. Dazu gehören unter anderem Rohöl, heiße Gase oder sogar Bier! Und wenn sie nicht in der jeweils richtigen Temperatur transportiert werden, verändern sie sich. Sie werden dickflüssig, schmecken nicht mehr oder verändern ihren Aggregatzustand – transportierte Gase sind manchmal 360°C heiß und werden unter Druck von 300 bar weitergeleitet. Dafür braucht man Isolierungen, die die Temperatur und das Klima in den Leitungen auf der gesamten Strecke konstant halten. Darum kümmert sich die Firma Hennecke aus Sankt Augustin. Dort werden Maschinen hergestellt, die Polyurethan verarbeiten können. Dieser so genannte „Reaktivkunststoff“ besteht hier aus zwei flüssigen Komponenten, die nach der Vermischung einen dichten Schaum bilden. Dieser wird je nach Anwendung elastisch und weich (Weichschaum) oder spröde und fest (Hartschaum) ist. Als Hartschaum ist Polyurethan für Isolierungen perfekt geeignet, weil er vor dem Aushärten in flüssiger Form jeden Zwischenraum füllt und beim Aushärten winzige, geschlossenen Luftblasen bildet. Der Werkstoff selbst lässt keine weitere Luft oder Feuchtigkeit eindringen. Das ergibt eine prima Isolation! Die Fachleute sprechen von einer niedrigen Wärmeleitfähigkeit. Außerdem ist Polyurethan hoch belastbar und sehr lange haltbar. Deswegen kommt es sogar bei Unterwasser-Pipelines zum Einsatz.

Wie sparen Hennecke-Kunden und – somit wir alle – damit CO2? Würden die Leitungen nicht isoliert, könnte man die Flüssigkeiten oder Gase nicht so weit transportieren, sondern müsste sie in Tanks auf Lastwagen, Schiffen oder Zügen zum Bestimmungsort bringen. Währenddessen muss die jeweils richtige Transport-Temperatur unbedingt eingehalten werden und am Zielort muss alles ganz schnell gehen beim Abladen, damit beispielsweise die Kühlkette erhalten bleibt. Viele zusätzliche Kühl- oder Heizaggregate müssten vorhanden sein, um das sicher zu stellen. Mal ganz abgesehen von dem ganzen Diesel oder Strom als Treibstoff für die Transportfahrzeuge.

Aber nicht nur hier wird CO2 gespart. Maschinen von Hennecke produzieren auch Polyurethan-Hartschaum zur Isolierung von Heizkesseln von Warmwasserspeichern oder sogar von ganzen Wohn- oder Industriegebäuden, um dort Heizenergie zu sparen. Hennecke selbst optimiert seine Maschinen immer weiter, um weniger Rohstoffe zu verbrauchen oder die Rohstoffe durch effiziente Technologien wirksamer zu verarbeiten. Hierbei wird versucht, die Dämmung so weit zu reduzieren, dass derselbe Dämmeffekt mit weniger Dämm-Material erzielt wird. Das spart noch mehr CO2.

Und das funktioniert auch mit Bier auf Schalke? Ganz genau! Das Bier wird zentral kühl gelagert und über isolierte Leitungen zu den Zapfstellen transportiert, damit es dort nicht auch noch gekühlt werden muss, wie bei Fassbier zum Beispiel.

Das spart ebenfalls CO2, ganz egal in welcher Liga der FC Köln spielt oder gewinnt oder verliert – einfach immer!

Aber wann werden Bierleitungen deswegen Weltkulturerbe? Müssen wir da auch noch 2.000 Jahre warten?

Schaumeintrag in eine Kühlschranktür (Bildrechte: Torsten Spiller)
Schaumeintrag in eine Kühlschranktür (Bildrechte: Torsten Spiller)

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